Es war einmal...

... ein Teenagerpaar, wie es glücklicher nicht hätte sein können:

Sie, als wohlhabende Tochter eines Arztes mehrsprachig aufgewachsen, eine asiatische Schönheit und überaus intelligent, eine durch und durch gute Seele mit hohen Ambitionen.

Und Er, nicht minder intelligent und daher auch zukünftiger Luft- und Raumfahrt-Student, familiär, bodenständig und fürsorglich, den Mann, den sich jede Frau zum Vater ihrer Kinder wünschen würde!

Was als Romanze begann, wurde eine Beziehung voller Vertrauen; genährt durch seine Fürsorglichkeit und den stützenden Halt, den sie ihm gab, wuchs daraus eine kräftige Pflanze der Liebe.

Sein Name war Jürgen, ihr Name Carola.

Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, doch, wie sollte es auch anders sein, es kommt erstens anders und zweitens als man denkt: so auch dieses Mal.

Auf dem sonnigen Himmel über Carola und Jürgen zogen bedrohliche Gewitterwolken auf, von denen Jürgen, blind vor Liebe, überhaupt nichts merkte. Denn in Carola reifte langsam, aber sicher der unheimliche Verdacht, dass Jürgen wohl doch nicht soo gut zu ihr passen könnte. Schuldgefühle wurden in ihr wach, sie warf sich selbst ihren grenzenlosen Egoismus vor und konnte selbst nicht verstehen, warum sie Jürgens Herzenswunsch nach Sesshaftigkeit und einer Familie, reich an Kindern, mit Carola als treu sorgende Ehefrau, nicht mit ihm teilte.

So kam sie schweren Herzens zu dem Schluss, die Beziehung zu beenden und einen Schlussstrich unter eine wunderbare, erfüllte Zeit zu ziehen - allerdings erst nach einem folgenschweren Amerika-Aufenthalt.

Denn aufgrund ihrer Verwirrtheit ließ die arme Carola sich zu einer heißen Affäre mit einem California Beach Boy in roten Baywatch-Badehosen hinreißen. Tragisch: Am nächsten Morgen war er auf und davon.

Vom Unglück verfolgt musste sie wenig später feststellen, dass dieses Techtelmechtel womöglich nicht ergebnislos geblieben war: In einem amerikanischen Krankenhaus, das sie wegen einer vermeintlichen Magen-Darm-Grippe aufgesucht hatte, wurde sie von einem unheilschwangeren Räuspern aus dem Schlaf gerissen. Sekunden später empfing sie die Hiobsbotschaft von einem mitleidig dreinblickenden Arzt: "Ms N., you are pregnant! Congratulations!" Diese Mitteilung lähmte Carola von Grund auf. Sie bewegte alle diese Worte in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Grand Malheur, sie war doch erst 18! Und voller Pläne...

Da Carola eine Abtreibung ethisch nicht vertreten konnte, und zu allem Übel nicht wusste, ob es sich beim glücklichen angehenden Kindsvater um Jürgen oder doch um den California Beach Boy handelte, entschied sie sich, das Kind auszutragen und es anschließend in einem kleinen Binsenkörbchen auf der Kirnau auszusetzen.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Nach der Rückkehr aus Amerika brachte Carola es nicht übers Herz, Jürgen von ihrer Schwangerschaft zu erzählen; sie fürchtete, ihre feste Entschlossenheit, Schluss zu machen, könnte dadurch ins Wanken geraten. Infolgedessen ging die Trennung der beiden vonstatten wie das Durchtrennen einer Nabelschnur: schnell und sauber. Vor allem schnell. Jürgen schluckte nicht nur den Schmerz tapfer hinunter, sondern von diesem Tag an auch raue Mengen an Spirituosen: Seine Verzweiflung ertränkte er im Alkoholismus.

Carola hingegen bereitete sich intensiv auf die bevorstehende Geburt vor - las Fachliteratur, meldete sich zur Schwangerschaftsgymnastik an, entspannte sich im Schwimmbad, schonte sich körperlich und hob keine schweren Gewichte mehr. Ihr Baby sollte kräftig und gesund zur Welt kommen, damit die lange Reise über die Kirnau nicht zu beschwerlich sein würde. Unterstützt wurde sie sowohl von ihren Eltern als auch von all ihren Freundinnen, die sich bereit erklärt hatten, zu babysitten, und auch von Zürn, der, sollte es ein Junge werden, alles daran setzen würde, dass aus ihm ein ganzer Kerl wird.

So ging die Zeit ins Land; Carola wurde kugelrund, während Jürgen weiterhin frohgemut dem Asbach frönte und keiner an den anderen dachte, doch eines schönen Tages geschah etwas, das niemand ahnen konnte: Beim Stöbern nach schlüpfrigen Video-Clips im Internet stieß er rein zufällig auch auf das Web-Schwangerschafts-Tagebuch seiner Verflossenen, das diese im festen Glauben online gestellt hatte, dass Jürgen nie auf die Adresse stoßen würde. Wer würde schon hinter www.dickundrundundkerngesundin9Monaten24.de das Web-Schwangerschaftstagebuch seiner Exfreundin vermuten? Auf diese Weise wurde ihm also von der Lektüre über Morgenübelkeit und seltsamen Nahrungsmittelgelüsten nicht nur die Lust auf schlüpfrige Videos (für den Rest dieses Abends) verdorben, sondern er erfuhr auch, dass die ehemalige Liebe seines Lebens schwanger war.

Nichts ahnend von Carolas California Beach Boy war Jürgen natürlich restlos überzeugt, bald stolzer Vater zu sein, jedoch erkannte er nicht nur positive, sondern auch Schattenseiten an diesem Sachverhalt, wie er sich ihm nun einmal darbot.

Einerseits fühlte er sich einsam und sehnte sich nach Zuwendung, da er immer noch nicht die perfekte Hausfrau gefunden hatte, die ihn den Rest seines Lebens umsorgen würde. So sah er die Möglichkeit, Carola, die ja nun im wahrsten Sinne des Wortes umständehalber für längere Zeit häuslich gebunden war, mithilfe seiner überdurchschnittlichen Intelligenz an sich zu binden, war er doch (seiner Überzeugung nach) der Vater ihres Babys und immer noch ein wahrer Hengst, was Carola ja in vergangenen Zeiten durchaus zu schätzen gewusst hatte - so dachte er. Das konnte ihm nur nützlich sein bei seinem Unternehmen, sie zurückzuerobern. (Anm.d.Red: Der Wahrheitsgehalt dieser Annahme wird von der Redaktion nicht garantiert. Es sei dahingestellt, ob Jürgen wirklich so ein starker Hengst/Tier im Bett/nicht zu stoppen/Superliebhaber mit besonderen Qualitäten/männliches Boxenluder/Testosteronpaket/Sexgott/Lustbringer, der selbst die unersättlichste unter allen geilen Frauen der Welt mühelos mit jedem beliebigen Körperteil seines Luxuskörpers befriedigen kann.)

Andererseits gab es eine Person, die, hätte sie von dem Produkt der nun erloschenen Liebe zwischen Jürgen und Carola gewusst, wohl nicht ganz so begeistert gewesen wäre: Jürgens Vater, Großvater des Kindes, Carolas Ex-Schwiegervater-in-spe, mit gewissen politisch unkorrekten Ansichten, war Jürgens Beziehung zu der asiatisch-stämmigen Carola lange Zeit ein Dorn im Auge gewesen, sodass er sehr erleichtert gewesen war, als diese Bindung in die Brüche ging; denn nun war ja sein Sohn, sein ganzer Stolz, wieder frei für ein echtes deutsches Madel mit entsprechendem Profil: gute Erziehung im BDM, absolvierte Kurse zum Thema Haushaltsführung, Kochen und Hörigkeit in jeder Hinsicht. Über eine erneute Zusammenkunft mit der Nicht-Arierin würde er sich sicherlich nicht besonders freuen.

Aber um unnötigen Stress zu vermeiden, beschloss Jürgen, sich darüber einfach erst dann Gedanken zu machen, wenn das Baby auf der Welt sein würde. Vielleicht - so dachte er - würde sich das Problem mit seinem Herrn Papa ja von alleine lösen.

Was Jürgen jedoch beunruhigte, war die Tatsache, dass Carola wohl regen Kontakt zu einem muskulösen jungen Mann - Zürn - pflegte und zunehmend Zeit mit ihm verbrachte. Konnte dieser ihm etwa zur Konkurrenz werden? Hatte sie ihm womöglich schon ihr Herz geschenkt? Jürgen blieb nur eines: alles auf eine Karte zu setzen und in einem waghalsigen Vorhaben alles zu riskieren, was ihm je etwas bedeutet hatte: Carolas Gebärmutter!  

Lange Zeit grübelte Jürgen vor sich hin, überlegte hin und überlegte her, wälzte das Problem in allen Richtungen, doch wusste sich einfach nicht zu helfen. Darum beschloss er, sich einfach auf seinen langjährigen Freund, den Alkohol, zu verlassen, der ihm schon oft die lustigsten Ideen beschert hatte - je mehr davon, desto besser.

So frönte er dereinst wieder einmal mit Hingabe seinem Hobby, als ihm die glorreiche, glänzende, geniale Idee in den Sinn kam, sich einfach mal telefonisch bei Carola über den Stand der Dinge zu informieren. Blöderweise musste er feststellen, dass Carola womöglich nach Unbekannt verzogen war, was zumindest erklären würde, warum sich nicht Carola, sindern ihre Mutter am anderen Ende der Leitung meldete. Carola, natürlich nicht verzogen, sondern einfach nur zeitweise außer Haus, fand das weniger prickelnd, nicht nur weil Sisu davon gar nicht begeistert war, sondern vor allem aufgrund der Erkenntnis, dass Jürgen offensichtlich von der Schwangerschaft erfahren hatte.

Nun führte wohl kein Weg mehr daran vorbei, den ungeliebten Ex-Freund nach ihrer Niederkunft vor vollendete Tatsachen zu stellen - in diesem Fall sollte das der entzückende kleine Moses sein - denn so wollte Carola ihren Sprössling nennen. Dennoch war sie restlos davon überzeugt, an ihrem Plan festzuhalten, Moses in einem Binsenkörbchen auf der Kirnau auszusetzen. Doch bis der kleine Racker das Licht der Welt erblicken würde, sollte noch einiges geschehen, was das Leben aller Beteiligten ganz schön durcheinander wirbelte...

Denn unterdessen schmiedete J.E., zufällig Namensvetter des potenziellen werdenden Vaters Jürgen K., vor Jahren auch als das Wesen Gollum bekannt, seine eigenen finsteren Pläne. Widerwärtig, wie er war, heckte er im Zwielicht seines Kämmerleins aus, wie er sich hinterhältig Carolas Vertrauen erschleichen könnte. Ungeliebt und von seinen Mitmenschen verstoßen und verachtet fristete er eine Leben in Einsamkeit, allein mit einem Computer, mithilfe dessen er sich bei stets zugezogenen Jalousien - denn er scheute das Tageslicht - an verschiedenen Geschichtsepochen nachempfundenen und Kinder-Pornos ergötzte.

Doch insgeheim litt er unter seiner geringen Körpergröße und sehnte sich nach Zuneigung, Zärtlichkeit und Liebe. So kam ihm Carolas Schwangerschaft wie gerufen - erfahren hatte er davon, als er Carola beim Schnuller-Kaufen im neukauf über den Weg gelaufen war. Sein Gedankengang schien logisch: Die bildschöne, aber partnerlose Carola brauchte doch sicherlich eine väterliche Bezugsperson, die sich intensiv um die Befriedigung ihrer speziellen weiblichen Bedürfnisse kümmern würde... Hatte er sie erst einmal mit seinem unwiderstehlichen Charme, seinem unfehlbaren Kleidungsstil und seiner verwegenen Lockenpracht in seinen Bann gezogen, so hoffte er, würde sie sich nicht mehr von ihm losreißen können.

Fortan umgarnte J.E. seine Angebetete inbrünstig nach allen Regeln der (Balz-)Kunst, um ihr Herz zu gewinnen: Er machte ihr Komplimente, eindeutige Angebote und schlüpfrige Geschenke in Form ebenso schlüpfriger Schlüpfer.  Und - oh Wunder - es wirkte - so schien es zumindest. Wenn sie ihn anlächelte, mit diesem verführerischen Glanz in den Augen, ging ihm das Herz und für ihn die Sonne auf und er entwickelte erstmals einen Hauch von Selbstbewusstsein, fühlte sich unwiderstehlich, unbesiegbar, sexy!

Die erotische Spannung zwischen den beiden blieb jedoch nicht lange verborgen. Eine Froschmutantin namens Anna, die sich mehr oder weniger erfolgreich bemühte, wie ein Mensch auszusehen und schon lange eine heimliche, aber innige Zuneigung J.E. gegenüber hegte, bemerkte die begehrenden Blicke, die ihr Liebster diesem Abschaum von einem Miststück zuwarf. Anna verspürte tiefe Eifersucht angesichts der Tatsache, Jürgen könnte eine andere lieben und war so desillusioniert und vor den Kopf gestoßen, dass sie sich fühlte, als hätte J.E. höchstpersönlich sie beim Überqueren der Straße auf ihrer Krötenwanderung plattgefahren. Doch so einfach konnte sie Carola das Schlachtfeld nicht überlassen: Anna schwor bittere Rache!!!

30.9.08 15:36

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